Pinot Noir: Alles Wissenswerte zur Rotweinsorte

Pinot Noir, bei uns vor allem als Spätburgunder bekannt, gehört zu den hochwertigsten Rotweinsorten der Welt. Warum ist das so und was macht seinen Anbau und die Verarbeitung so anspruchsvoll?

Pinot Noir: Eine Rebe mit Geschichte

Der Pinot Noir stammt ursprünglich aus der nördlichsten Weinregion Frankreichs, die zu den führenden Weinanbaugebieten der Welt zählt: Dem Burgund. Seit jeher stammen von dort die edelsten, im Geschmack vollmundigsten Rotweine. Der Pinot Noir zählt zweifelsfrei dazu. Fachleute sind der Ansicht, dass die Rebsorte seit 1000 bis 2000 Jahren im Burgund wächst. Erste amtliche Aufzeichnungen über den Anbau und die Verarbeitung, datieren aus dem 14. Jahrhundert. Es handelt sich bei ihm also nicht nur um einen sehr edlen Wein, sondern auch noch um einen äußerst geschichtsträchtigen.

Seine exakte Abstammung ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. In der Fachwelt bzw. Wissenschaft, herrscht noch Uneinigkeit darüber. Sicher hingegen ist, dass der Wein in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts seinen Weg nach Deutschland fand: Der Mönchsorden der Zisterzienser brachte ihn ins Kloster Eberbach im Rheingau. Der erste urkundliche Nachweis für Spätburgunder im Rheingau geht zurück auf das Jahr 1470.

Der Pinot Noir stammt ursprünglich aus der nördlichsten Weinregion Frankreichs, die zu den führenden Weinanbaugebieten der Welt zählt: dem Burgund. (#01)

Der Pinot Noir stammt ursprünglich aus der nördlichsten Weinregion Frankreichs, die zu den führenden Weinanbaugebieten der Welt zählt: dem Burgund. (#01)

Klassische Anbaugebiete

Das mit Abstand größte Anbauland der Rebsorte ist Frankreich. Im Département Côte-d’Or, im Herzen Burgunds gelegen, ist Pinot noir als einzige Rebsorte zugelassen, um hochwertige Qualitätsweine zu erzeugen. Insgesamt gibt es in Frankreich 30.086 ha an Rebfläche, auf der ausschließlich der Pinot Noir angebaut wird. Zum Vergleich: In ganz Österreich betreibt man Weinbau auf einer Fläche von 45.439 ha. Das verdeutlicht nicht nur die Bedeutung des Weinbaus in Frankreich insgesamt, sondern auch jene des Pinot Noir innerhalb des Weinanbau-Landes schlechthin.

Die Rebsorte wird darüber hinaus aber auch oft in den USA sowie in Südtirol und in Italien (Toskana) angepflanzt. Und: In Deutschland. Deutschland ist – hinter Frankreich und den USA – der drittgrößte Pinot-Noir-Produzent weltweit. Bei uns kennt man den Rotwein in erster Linie unter der Bezeichnung Spätburgunder. Der Pinot Noir aus den USA hat sich übrigens innerhalb recht kurzer Zeit international einen Spitzenruf erworben. Vor allem entsprechende Rotweine aus Oregon sowie Kalifornien, gelten als besonders delikat.

Der Spätburgunder gehört zu den bedeutendsten Rotweinen in Deutschland. Auch, was die Größe der mit dieser Rebsorte bestockten Anbaufläche betrifft. (#02)

Der Spätburgunder gehört zu den bedeutendsten Rotweinen in Deutschland. Auch, was die Größe der mit dieser Rebsorte bestockten Anbaufläche betrifft. (#02)

Der deutsche Spätburgunder

Der Spätburgunder gehört zu den bedeutendsten Rotweinen in Deutschland. Auch, was die Größe der mit dieser Rebsorte bestockten Anbaufläche betrifft. 2015 wurden über 11 Prozent der gesamten Rebfläche hierzulande genutzt, um diese Sorte anzubauen. Allein in Baden wird mehr Spätburgunder-Anbau betrieben als etwa in Australien oder Neuseeland. In den letzten Jahren stieg die Größe der Fläche, die für den Spätburgunder genutzt wird, stark an. 2015 wurden 11.784 ha Anbaufläche damit bestockt, 2001 waren es lediglich 9.806 ha.

Die Qualität des besten deutschen Spätburgunders muss sich heute nicht mehr hinter der des französischen verstecken. Längst hat sich herumgesprochen, dass auch in deutschen Anbaugebieten in der Zwischenzeit gehaltvolle Weine von Spitzenqualität erzeugt werden. Generell gelten Weine aus Baden und der Pfalz als die besten ihrer Art aus Deutschland. Sie können sich mit dem klassischen Pinot Noir aus Frankreich messen lassen.

Pinot Noir: Bevorzugtes Klima

Der edle Tropfen stellt ganz besonders hohe Anforderungen an das Klima, die Lage des Weinbergs aber auch an die Kellertechnik. Am besten bekommt dem König der Rotweine ein gemäßigtes, kühleres Klima. In besonders warmen Weinanbaugebieten mit einem extrem trockenen, heißen Sommer, zählt Pinot Noir zu jenen Rebsorten, die besonders früh reifen. Oft zu früh, was immer wieder für Jahrgänge mit nur durchwachsener Qualität sorgt. Überhaupt: Der Geschmack des Weins kann nicht nur von Jahr zu Jahr stark variieren. Es ist darüber hinaus gut möglich, dass ein und derselbe Jahrgang Rotweine von unterschiedlichster Qualität hervorbringt.

Allgemein gilt, dass eine möglichst lange Reifezeit dem Pinot Noir besonders gut bekommt. Je länger die Rebe wächst, desto intensiver und vollmundiger der Geschmack. Zudem sollten die Reben wenn möglich vor außergewöhnlich feuchten Westwinden geschützt werden, was man z.B. durch eine entsprechende Ausrichtung der Hänge (Richtung Südosten) erreichen kann. Besonders gut für den Geschmack ist zudem ein kalkhaltiger Boden, der von Ton durchzogen ist.

Noch eine kleine heitere Randbemerkung: Es existieren auf der Welt rund 400 Synonyme für den Pinot Noir, darunter Namen wie Blauburgunder, Pino Nero oder auch Karapino. (#03)

Noch eine kleine heitere Randbemerkung: Es existieren auf der Welt rund 400 Synonyme für den Pinot Noir, darunter Namen wie Blauburgunder, Pino Nero oder auch Karapino. (#03)

Der beste Pinot Noir kommt aus Frankreich

All diese Voraussetzungen – vom kalkhaltigen Boden über das gemäßigte, kühle Klima bis hin zu den nach Südosten ausgerichteten Hanglagen – finden sich im Burgund. Es sind entscheidende Gründe dafür, wieso dort die herausragenden Weine der Sorte Pinot Noir gekeltert werden. Aber natürlich sind die äußeren Einflüssen sowie die klimatischen Gegebenheiten nicht allein entscheidend. Denn die Reben verlangen darüber hinaus eine entsprechende Pflege sowie ausgesprochen gute Fähigkeiten bei ihrer Verarbeitung. Dies alles scheint bei den Franzosen zusammenzukommen. Nicht umsonst ist der Pinot Noir auch die wichtigste aller roten Rebsorten im Burgund.

Der beste Pinot Noir der Welt entsteht im Département Côte-d’Or. Es gibt dort viele Weingüter die oft nur sehr geringe Mengen des hochwertigen Rotweins erzeugen. Da der König des Rotweins weltweit so bekannt ist und einen exzellenten Ruf genießt, kommt es häufig zu Engpässen bei der Versorgung. Dies führt in der Folge meist zu sehr hohen Verkaufserlösen.

Geschmack, Farbe und Bouquet

Der Wein kommt mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt von 13 bis 14 Prozent als eher schwerer, kräftig-süffisanter Tropfen daher. Optisch erinnert er mit seiner dunkelroten Farbe und seiner hohen Blaustichigkeit oft an einen Rubin oder einen rötlichen Saphir. Ab und an können sich auch wärmere Brauntöne einschleichen. Der typische, intensive Geruch kommt am besten rund 30 bis 60 Minuten nach dem Dekantieren zur Geltung.

Der Edel-Tropfen riecht typischerweise nach einem betörenden Mix aus Mandeln, Honig und Apfel. Zudem gesellen sich nicht selten fruchtige Aromen dazu, etwa Erdbeere oder Mandarine. Und manchmal gar ein sinnlicher Rosenduft. Geschmacklich schwankt der Wein zwischen kräftiger Reife, fruchtigen Nuancen und leichter bzw. moderater Säure. Manch einer bezeichnet den so typischen „Alterungsgeschmack“, der sich nach einer gewissen Zeit einstellt, als ziemlich süß. Tatsache jedoch ist, dass der Rotwein jedoch kein Gramm Zucker enthält.

Noch eine kleine heitere Randbemerkung: Es existieren auf der Welt rund 400 Synonyme für den Pinot Noir, darunter Namen wie Blauburgunder, Pino Nero oder auch Karapino.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  barmalini  -#01: RnDmS  -#02: Syda Productions -#03: David Pruter

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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