Aus den Bodegas Ibericas: Faustino V, 2009, Riserva von REWE
Nov24

Aus den Bodegas Ibericas: Faustino V, 2009, Riserva von REWE

Die Weinkeller in Spanien und Portugal – die sogenannten Bodegas Ibericas – stehen bei uns Deutschen hoch im Kurs, auch wenn es Bewegung auf dem iberischen Weinmarkt gibt. Wie sehr der Weinmarkt in Spanien in Bewegung gekommen ist, machen einige wenige Zahlen deutlich. Noch vor 35 Jahren wurde für Spanien eine bestockte Rebfläche von 1,6 Mio. Hektar angegeben, aktuell sind es nur noch 1,1 Mio. Hektar, ein Rückgang von über 30 %. Weinberge im Umfang des Vierfachen der Rebfläche Deutschlands sind verschwunden. In den Bodegas Ibericas werkeln fleißige Exporteure 30% Rückgang der bestockten Rebfläche in dreissig Jahren. Gleichzeitig hat sich aber der spanische Weinexport mehr als vervierfacht, und hat z.B. in den letzten 20 Jahren beim deutschen Weinimport geradezu traumhafte Wachstumsraten erreicht. So müssen Weine aus Spanien nicht zwangsläufig zu den deutschen Weinliebhabern „verirren“, sondern es kann aus einem Riesen-Angebot durchaus systematisch unter den begehrten Kreszenzen der „Bodegas Ibericas“ ausgewählt werden. Die Statistik erweist, dass aus Deutschland beim Weinimport nach Italien und Frankreich an dritte Stelle (mit 2,7 Mio. hl 2011 schon mengenmäßig vor den Franzosen) steht, aber mit enormen Wachstumsraten von zuletzt 19 % jährlich. Tempranillo: de Riesling Spaniens Wie im Weißweinland Deutschland (2/3 Anteil weiß) es eine Hauptrebsorte gibt, den Riesling mit rund 20 % der gesamten Anbaufläche, so kennt man auch im Rotweinland Spanien eine Hauptrebsorte, den Tempranillo (zu deutsch: „der Frühe“), der hier mit gut 10 % aller Rebsorten vertreten ist. Die früh reifende rote Sorte – Hauptrebsorte in Rioja – ist gut im Ertrag, weniger anfällig für Rebkrankheiten, sehr tief in der Farbe, und vergleichsweise weniger süß als die Garnacha (Grenache). Es ist die Eigenheit der spanischen Weinproduktion, dass Weine verschnitten werden, aber es gibt auch einige sortenreine Tempranillos, als berühmtes Beispiel von den Bodegas Marques de Caceres und seinem gleichnamigen Wein, der seinem Namen nach zwar aus der Extremadura kommen müsste, aber ebenfalls in Rioja beheimatet ist. Der kleine „Hugh“ Johnson: „charmante Tempranillo-Weine“ Der Weinpapst Hugh Johnson wartet zwar nicht mit spezifischen Informationen über den Tempranillo auf, wie überhaupt in seinem 450-seitigen „Der kleine Johnson“, Ausgabe 2015, mit kaum 20 Seiten das ebenfalls „Wein-Wunderland“ Spanien ziemlich unterbelichtet erscheint, aber er hat einen hübschen Text zu Rioja verfasst: „Rioja hat alles: Internationalen Ruhm, schöne Landschaften, charmante junge, aber auch 40 Jahre alte Tempranillo-Weine…“. Horst Dippels (Das Weinlexicon): bemerkenswert elegant Unverkrampfter gibt sich Horst Dippels „Das Weinlexicon“, das immerhin zwei DIN-A-4-Seiten für Rioja (nach dem Flüsschen „Rio Ocha“ benannt) erübrigt. Da heißt es dann u. a. : “Jene feinen Rotweine, in der ganzen Welt als Rioja bekannt und geschätzt und mitunter etwas zu häufig in die Nähe der Bordeaux-Weine gerückt, werden fast ausschließlich aus den...

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Monastrell: kräftig, rot und aus dem heißen Süden
Nov28

Monastrell: kräftig, rot und aus dem heißen Süden

Die rote Rebsorte Monastrell gehört in Spanien neben dem Tempranillo, Bobal und Garnacha, zu den wichtigsten Trauben, die auf einer Gesamtrebfläche von über 60.000 Hektar angebaut werden. Sie gedeihen am Besten im südländischen Raum und bevorzugen ein trockenes und warmes Klima. In Spanien gehört der Osten des Landes, wie Jumilla, Yecla und Katalonien zu den wichtigsten Anbaugebieten. Ob die genannten Zahlen des Landwirtschaftsministeriums bezüglich der Ertragsflächen in Spanien mit der Realität übereinstimmen, ist allerdings unklar, da ein gewisser Anteil der Rebflächen eigentlich der roten Rebsorte Graciano zugerechnet werden müssten. Weitere Anbauflächen des Monastrell finden sich in Kalifornien, Frankreich, Australien, Algerien und Italien. Wegen der weltweiten starken Verbreitung, wird die rote Rebsorte Monastrell unter verschiedenen Synonymen gelistet, so dass die Traube in Frankreich und Deutschland als Mourvèdre bezeichnet wird. In Australien und Kalifornien wird sie Mataró genannt. Charakteristische Eigenschaften der roten Rebsorte Monastrell Die Beeren der roten Rebsorte Monastrell sind sehr klein, süß und verfügen über eine dicke Schale. Spanischer Rotwein, der aus solchen Trauben gekeltert wird, erhält eine kräftige Struktur sowie einen hohen Alkohol- und Tanninanteil. Der Geschmack des Monastrell kann stark variieren und einen fruchtigen Geschmack nach Brombeeren und Gewürzen aufweisen. Wird der Monastrell längere Zeit zur Reife gelagert, können auch sehr alkoholschwere Süßweine entstehen. Im Osten von Spanien sind rund 95% der Weinberge in Alicante, Almansa, Bullas, Jumilla und Yecla, mit der roten Rebsorte Monastrell bestockt. In früheren Zeiten war der sortenreine Monastrell aufgrund der fehlenden Technik kaum genießbar. Die Rotweine verfügten über einen extrem hohen Anteil an Alkohol, Tannin und Zucker, so dass der Monastrell kaum zu genießen war. Als man in Frankreich begann, den Monastrell hauptsächlich als Verschnitt mit anderen Rebsorten zu verwenden, konnten wohlschmeckende Rotweine mit hervorragenden Fruchtanteilen gekeltert werden. Der Verschnitt mit der Tempranillo Rebsorte und Chardonnay hat dem Monastrell zu einem wahren Aufschwung verholfen. Dank des technischen Fortschrittes werden heute immer größere Mengen des Monastrell auch sortenrein gekeltert, die über ein erlesenes Aroma verfügen. Da junger Monastrell Rotwein aus Spanien aufgrund des hohen Tanningehaltes über einen strengen Geschmack verfügt, ist es üblich, dass der Rotwein für rund 18 Monate in der Flasche reift. Auf diese Weise kann ein erlesener spanischer Rotwein gewonnen werden, der sehr aromatisch ist und einen fruchtigen Geschmack aufweist. Da der Monastrell viel Körper besitzt, passt er hervorragend zu kräftig gewürzten Speisen der mediterranen Küche. Hierzu gehören beispielsweise Fleisch- und Wildgerichte sowie Käse. Prinzipiell kann zum Monastrell, einer der bekanntesten Rotweine aus Spanien, jedes deftige Gericht genossen...

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Spanischer Wein in Mainz – Rotwein im Barrio Alto
Nov21

Spanischer Wein in Mainz – Rotwein im Barrio Alto

Das Restaurant „Barrio Alto“ in der Mainzer Innenstadt ist wegen seiner hervorragenden Küche nicht nur Feinschmeckern bekannt. Speisen im mediterran anmutenden Ambiente, leckere Tapas und landestypische Spezialitäten ermöglichen gemütliche Stunden in dem Lokal. Zu einem köstlichen spanischen Essen kann im Barrio Alto auch ein hervorragender spanischer Wein in Mainz genossen werden, denn das Restaurant verfügt über eine umfangreiche Weinkarte mit mehr als 450 erlesenen Weinsorten spanischer Winzer. Dass bei der Wahl der Weine auf eine besondere Qualität geachtet wird, beweisen die Auszeichnungen um die beste spanische Weinkarte. Bereits im Jahr 2006 erlangte das Barrio Alto im Wettbewerb des Gault Millau den vierten Platz und im Jahr 2007 erfolgte die Platzierung auf dem ersten Platz des Wettbewerbs. Ob spanischer Weisswein, Rotwein, ein fruchtiger Roséwein oder perlender Cava – im Barrio Alto kann man sich sicher sein, dass bei der Wahl des spanischen Weins auf eine ausgezeichnete Qualität geachtet wird. In früheren Zeiten war Spanien für seine Sherry Produktion bekannt. Spanischer Wein hingegen konnte sich außerhalb der Landesgrenzen kaum behaupten. Nachdem Spanien Ende der achtziger Jahre in die Europäische Gemeinschaft eintrat, änderte sich in Bezug auf die Weinproduktion und den Export einiges. Seither werden die Rebflächen auch in höheren und weniger heißen Lagen angebaut und zusätzliche Qualitätssysteme haben dafür gesorgt, dass sich Spanien weltweit zur größten Weinnation entwickelt hat. Spanischer Wein in Mainz: Rotwein – eine Verführung der Sinne im Barrio Alto Obwohl Spanien etwa 50% der Weinbauregionen mit weißen Rebsorten bestockt ist, hat spanischer Rotwein einen höheren Bekanntheitsgrad als der Weisswein. Zu den bekanntesten Rotweinen zählt der Tempranillo, der besonders früh reift, aber dennoch sehr aromatisch und fruchtbetont ist. Obwohl der Tempranillo mit 11-13% über einen recht hohen Alkoholgehalt verfügt, zeichnet sich der Rotwein durch seinen geringen Säuregehalt und seine elegante Weiche aus. Aufgrund des hohen Anteils der Gerbstoffe und der Tatsache, dass die Trauben häufig mit der Rebsorte Garnacha verschnitten werden, ist der Tempranillo sehr lagerungsfähig. Angebaut werden die roten Reben überwiegend in der nordspanischen Weinbauregion Rioja. Als spanischer Wein in Mainz kann der Tempranillo im Barrio Alto aus der Weinbauregion Valdepeñas genossen werden. Als Crianza Tempranillo wurde der Rotwein mindestens sechs Monate im Holzfass gelagert und weitere 12-18 Monate in der Flasche. Somit verfügt der Wein über ein dezentes Barrique. Neben dem Tempranillo zählen spanische Rotweine wie Garnacha und Bobal zu den beliebtesten Sorten, die als spanischer Wein in Mainz auf der Weinkarte des Barrio Alto zu finden sind. Da die Garnacha Traube allein einen zu hohen Alkoholgehalt aufweist, ist es üblich, dass die Garnacha Rebsorte mit anderen Sorten verschnitten wird. Ganz typisch für erlesenen Rotwein ist, dass er über einen ausgeprägten Geschmack nach Quitten, Kirschen oder Feigen...

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Tempranillo: kräftig, fruchtig, leicht, weich – Herz der spanischen Weinseele
Nov11

Tempranillo: kräftig, fruchtig, leicht, weich – Herz der spanischen Weinseele

Jung und pulsierend, mit einem kräftig fruchtigen Aroma, aber dennoch leicht und weich in seinem Geschmack- so wird der spanische Rotwein Tempranillo von Weinliebhabern beschrieben. Nicht ohne Grund spricht man beim Tempranillo Rotwein auch vom Herz der spanischen Weinseele, denn dieser edle Tropfen verfügt über eine lange Tradition und einen vielschichtigen Charakter, der bei kaum einem anderen Wein zu finden  ist. Bereits nach der Rückeroberung Spaniens von den Mauren, pflanzten spanische Mönche in La Rioja die ersten roten Tempranillo Rebstöcke an. Der Name “Tempranillo” umschreibt bereits die Eigenschaften des Rotweins. Temprano bedeutet “früh”, so dass “Tempranillo” aus dem spanischen übersetzt “kleiner Früher” bedeutet. Die Trauben weisen eine kleinere Größe als beispielsweise die Garnacha-Trauben auf und reifen früher. Aber auch die Tatsache, dass der Tempranillo bereits als Jungwein seinen vollen Geschmack entfaltet, hat ihm seinen Namen eingebracht.  In den südeuropäischen Ländern Spanien und Portugal ist der Tempranillo weit verbreitet. Die Reben werden überwiegend im Norden der spanischen Provinz La Rioja angebaut, wo sich die Weinanbauflächen im Bereich des Flusses Ebro befinden. Aber auch in Katalonien, Kastilien-León und Navarra reift die Tempranillo Traube als dickschalige Frucht heran, in der viel vom pflanzlichen Gerbstoff Tannin enthalten ist. Rotwein aus Spanien: Fruchtbetontes Aroma des Tempranillo Die sehr dunkle Farbe der Traube verleiht dem wohlschmeckenden Rotwein aus Spanien sein ausgezeichnetes Aroma. Sein fruchtbetonter Charakter erinnert an Erdbeeren, Heidelbeeren und Pflaumen. Obwohl der Tempranillo bereits als Jungwein über einen exzellenten Geschmack verfügt, kommen exotische Aromen durch die Barriquelagerung zur Geltung, wobei der Alkoholgehalt mit 11-13% mittelmäßig hoch ist. Je nach Art des Barrique kann der spanische Rotwein Tempranillo ungewöhnliche Aromen wie Tabak, Lakritz, Kokosnuss, Karamell, Minze oder andere Gewürze, entwickeln. Somit zählt die spanische Rebsorte Tempranillo zu den Trauben, die aufgrund der Lagerung an Qualität gewinnen. Bei erlesenen Tempranillo Rotweinen aus Spaniens Norden kommt es recht häufig vor, dass die roten Reben mit anderen Rebsorten verschnitten werden. Aufgrund dieses so genannten Cuvée, dem Verschneiden von Weinen, erhöht sich die Qualität des Weins. Üblicher Weise wird die spanische Tempranillo Rebsorte häufig mit der Garnacha Rebe und Mazuelo Rebe verschnitten, wodurch ein tiefroter und würziger Tempranillo Rotwein entsteht. Als bekömmlicher Rotwein passt der Tempranillo Rotwein hervorragend zu deftigen Speisen wie Wildgerichten, Schweine- und Rinderbraten oder Geflügelsorten wie Ente und Gans. Da die Spanier bekannter Maßen recht unkompliziert sind, stellt es für sie aber keinen kulinarischen Fehltritt dar, wenn sie einen Tempranillo Rotwein auch einmal zum leichten Fischgericht...

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Garnacha: dunkle Haut und weißes Fleisch
Nov04

Garnacha: dunkle Haut und weißes Fleisch

Die rote Rebsorte Garnacha nimmt neben den Sorten Tempranillo und Bobal den drittwichtigsten Stellenwert bei spanischen Winzern ein. Auf rund 86.000 Hektar Rebflächen befinden sich die größten Weinanbauflächen im Norden und Osten von Spanien. Neben Spanien gedeiht die Garnacha Rebe auch in anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, wo die rote Traube unter dem Namen Grenache noire bekannt ist. Aufgrund der Tatsache, dass die Garnacha Reben weltweit mittlerweile sehr verbreitet sind und in Italien, Griechenland, Chile, Südafrika, Australien, Argentinien, Kalifornien und Israel, angebaut werden, verfügt der Garnacha über unterschiedliche Namen, wie zum Beispiel Grenache, Alicante, Guarnaccia, Aragonés, Mencida oder Navarra. Jahrhunderte alte Tradition der roten Garnacha Rebsorte Es wird davon ausgegangen, dass die Garnache Rebsorte aus dem frühen spanischen Königreich Aragón stammt und in den Pyrenäen bereits um 1035 n. Chr. kultiviert wurde. Im Laufe der Jahre dehnte sich das Königreich aus und auch der Garnacha Rotwein breitete sich weiter Richtung Frankreich aus. Die rote Garnacha Traube zeichnet sich durch ihre dunkelhäutigen Beeren und ihr weißes Fruchtfleisch aus. Wegen der blassen Farbe und des niedrigen Tanningehaltes werden Garnacha Reben nicht selten als fruchtige Weiss- und Roséweine gekeltert. Da der Alkoholgehalt eines sortenreinen Garnachas bei bis zu 15-16% liegen kann, ist es üblich, dass der rote Rebensaft mit anderen Rebsorten gekeltert und als Cuvée verschnitten wird. Durch den Verschnitt werden aus bleischweren und kurzlebigen Garnacha Weinen, erlesene und sehr geschmackvolle Rotweine, die über einen Alkoholgehalt von etwa 12% verfügen. In Frankreich begann man bereits sehr früh die roten Garnacha (Grenache) Reben im Verschnitt zu kombinieren, wobei bereits in den sechziger Jahren interessante Neuzüchtungen, wie der Marselan, entstanden. Dieser Marselan etablierte sich aus den Rebsorten Garnacha (Grenache) und Cabernet Sauvignon. Aufgrund des Verschnitts entstehen die unterschiedlichsten Aromen und Geschmacksrichtungen. Somit kann aus der Garnacha Rebe ein trockener bis halbtrockener Roséwein gewonnen werden, aber auch dunkle Dessertweine. Die in Frage kommenden Aromen reichen von Kirschen, Pflaumen und Quitten, über Feigen, schwarze Johannisbeeren, bis hin zu intensiven Kräutern oder auch Zimt, Lorbeer und Pfeffer. Als spanischer Wein ist die Garnacha Traube im Verschnitt mit der Tempranillo Rebsorte kaum zu übertreffen und sie verleiht der eher strengen Tempranillo Traube einen fülligen Geschmack. Im Handel ist dieser Verschnitt dann als Rioja sehr bekannt und verbreitet. Zu welchen Speisen passt der Garnacha Rotwein? Zu guter Letzt stellt man sich natürlich die Frage, zu welchen Gerichten und Speisen der Garnacha Rotwein passt. Hier kommen beispielsweise zum Rioja Rotwein, Wildgerichte, ein gut gewürzter Braten, gegrilltes Fleisch oder auch Lamm in Frage. Und selbstverständlich ist der Garnacha Rotwein aus Spanien auch im Alleingang ohne dazu passende Speisen ein...

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