Dornfelder: mehr als ein einfacher Rotwein
Nov18

Dornfelder: mehr als ein einfacher Rotwein

Die rote Rebsorte Dornfelder wurde erstmals im Jahr 1955 von dem Rebenzüchter August Herold kultiviert. Entstanden war sie aus einer Kreuzung der Rebsorten Heroldrebe und Helfensteiner. Als Namensgeber fungierte der Gründer der Weinbauschule Weinsberg Immanuel Dornfeld. Im Jahr 1979 erhielt die Rebsorte durch das Bundessortenamt den Sortenschutz und eine Zulassung. Ursprünglich wurde der Dornfelder als Deckwein genutzt und sollte auf diese Weise farbschwächeren Weinen zu mehr Farbe verhelfen. Doch erst in jüngster Zeit wird der Dornfelder als eigenständige Rebsorte etabliert und man kann ihn in unterschiedlichen Qualitätsstufen erhalten. Gemeinhin hat dieser Wein den Ruf, ein einfacher Rotwein zu sein. Doch wie verschiedene Prämierungen, unter anderem durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft zeigen, trägt er diesen Ruf zu Unrecht. In Deutschland wird dieser Wein überwiegend in den Weinbaugebieten Rheinhessen und der Pfalz angebaut. Mit einer Gesamt-Anbaufläche von mehr als 8.000 Hektar ist der Dornfelder, nach dem Spätburgunder, die am zweithäufigsten angebaute Rotweinsorte. Der Wein wird inzwischen deutschlandweit als In-Wein gehandelt. Dornfelder Wein und seine Charakteristik Dieser Wein zeichnet sich durch seinen fruchtigen Geschmack und seine dunkle, schwarzrote Farbe aus. Ein weiteres Merkmal ist der relativ geringe Säuregehalt. Auf diese Weise ist der Wein auch Menschen zugänglich, die eine gewisse Säureempfindlichkeit mitbringen. Da die Rebsorte in der Regel hohe Erträge bringt, werden zu Beginn der Reifezeit einige Trauben von den Weinbauern zurückgeschnitten. Auf diese Weise konzentrieren sich die gesamten Inhaltsstoffe auf die verbleibenden Reben. Ebenso charakteristisch ist, je nach Ausbauart, der durch den großen Farbstoffgehalt bedingte hohe Anteil an Gerbstoffen, den so genannten Tanninen, welche dem Wein eine raue Note von Trockenheit verleihen. Durch den Ausbau des Weins in Eichenfässern (Barrique), wird der letztgenannte Aspekt nochmals unterstrichen. Bei dieser Art des Ausbaus wird die Struktur des Weins betont und die Fruchtaromen zurückgenommen. Das Ergebnis ist ein harmonischer, geschmeidiger und gehaltvoller Rotwein. Bei der zweiten Ausbauvariante werden die sehr intensiven Fruchtaromen wie Holunder, Brombeere und Kirsche betont. Dieser Wein wird sehr jung auf den Markt gebracht und ist teilweise bereits als Primeur erhältlich. In jüngster Zeit wird der Dornfelder auch weiß gekeltert. Aus dieser Art der Verarbeitung entstehen liebliche Roséweine. Wie auch andere kräftige Rotweine, passen Dornfelder eher in die Winterzeit. Besonders dann, wenn sie schon etwas abgelagert sind. Sie harmonieren mit deftigen Gerichten, wie Braten, Käse oder anderen herzhaften Speisen. In der fruchtigen Ausbauform kann man den Wein auch während der Sommermonate genießen, wenn man es mag, auch leicht...

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