Weingut Saaler aus Saulheim: Erfolg in München
Jan11

Weingut Saaler aus Saulheim: Erfolg in München

Das Weingut Saaler aus Saulheim konnte im November beim deutschen Burgunder-Cup mit seinen Weinen punkten. Dabei war die Konkurrenz sehr stark – das beste Zeichen dafür, dass sich bei den deutschen Winzern in den letzten Jahren einiges getan hat und dass nach dem Erfolg für den deutschen Riesling nun auch der Burgunder auf dem Weg zur Weltspitze ist. Weingut Saaler: Gutes Ergebnis für die Winzer aus Saulheim Wer das rheinhessische Saulheim noch nicht kennt, wird den Namen bald öfter hören und lesen – zumindest, wenn der Betreffender ein Liebhaber guten Weins ist. Denn im November fand der Burgunder-Cup in München statt, bei dem das Weingut Saaler respektabel abschloss. Ausgezeichnet wurden bei dem Wettbewerb der Spät- sowie der Grauburgunder des Weingutes. Der Graue Burgunder stammte aus dem Jahr 2014 und erhielt eine Silbermedaille in der Kategorie „Grauburgunder/Wein mit Herkunftsbezug“. Der zweite Wein, der Spätburgunder, wurde mit der Bronzemedaille geehrt und erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Spätburgunder/Wein mit Herkunftsbezug“. Auf dem Weingut Saaler in Saulheim zeigte man sich hocherfreut und sah die harte Arbeit auf dem Weingut mit der Auszeichnung honoriert. Informationen zum Burgunder-Cup Das Team von wirwinzer.de hat sich als Aufgabe auf die Fahne geschrieben, den deutschen Wein zu fördern und ausgezeichnete Weinbauern bei der Vermarktung über das Internet zu unterstützen. Das Start-up aus München arbeitet dafür mit rund 500 Winzern aus ganz Deutschland zusammen und hat derzeit mehr als 8000 erstklassige Weine aus deutschem Anbau im Angebot. Damit werden über das Portal die meisten Weine deutscher Herkunft angeboten. Nun wurde durch WirWinzer der Burgunder-Cup ausgeschrieben, der im November in München stattfand und zu dem sich zahlreiche Teilnehmer meldeten. Mehr als 400 Weine wurden dort der Blindverkostung unterzogen und in verschiedenen Kategorien bewertet. Die Weinexperten Peter Zilliger, Lothar Schrempp und Paula Bosch waren als Hilfe bei der Verkostung zugegen und gaben ihr Kennerurteil ab. Vier verschiedene Rebsorten wurden vorgestellt, diese wiederum wurden in drei Klassen eingeteilt. Das Team von WirWinzer entwickelte ein eigenes Bewertungssystem, das bei dem Wettbewerb zugrunde gelegt wurde. Die vier Rebsorten waren Früh-, Spät, Grau- und Weißburgunder, die stilistischen Klassen bezogen sich auf „frisch-fruchtig“, was in etwa den bekannten Gutsweinen entspricht, „Weine mit Herkunftsbezug“, welche mit den Ortsweinen gleichzusetzen sind und „Premium-Weine“. Letztere gehören zur Sortimentsspitze und stammen aus besten Lagen. Die „Weine mit Herkunftsbezug“ waren die Kategorie, in der das Weingut Saaler aus Saulheim so erfolgreich abschloss. Mit der Ausrichtung des Burgunder-Cups wurde berücksichtigt, dass die deutschen Winzer auf dem internationalen Markt immer erfolgreicher werden und dass der Burgunder aus Deutschland inzwischen in Richtung Weltspitze unterwegs ist. Das Weingut im rheinhessischen Saulheim Das Weingut Saaler arbeitet auf rund dreißig Hektar Fläche und gilt als traditionelles...

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Lemberger: Wein aus Württemberg bei ALDI, Netto & Co.?
Apr21

Lemberger: Wein aus Württemberg bei ALDI, Netto & Co.?

„Wer einen Rotwein sucht, der die Eigenschaften eines frischen Moselweines besitzt, muss zum Lemberger greifen.“ Diese Charakterisierung des „Taschenbuch der Rebsorten“ ist durchaus zutreffend und bildet eine immerhin kleine Erfolgsgeschichte dieser Rebsorte – die auch Blaufränkisch oder Limberger genannt wird – in Deutschland ab. Seit den 80er Jahren hat sich die Rebfläche der aus Österreich stammenden Sorte auf insgesamt rund 1700 ha gut vervierfacht, vor allen Dingen in Württemberg, wo rund 95 % der Bestände liegen. Ob der Herkunft der Sorte etwas mit dem früheren Lemberg, heute Lwiw, früher in Galizien gelegen, heute in der Westukraine, zu tun hat, ist unklar. Dafür sprechen auch die zahlreichen Synonyme der Sorte – der Name könnte ebenso auch auf Wein-Handelsströme zurückgehen. „Das Weinlexikon“ bietet nur allgemein die „Donauländer“ in dieser Frage an. Die spät reifende Sorte bringt gewöhnlich fruchtige, kraftvolle und je nach Vinifikation farb- und tanninreiche Weine hervor, die „oft zu den besten der meist guten, in besseren Jahren mitunter ausgezeichneten württembergischen Rotweine zählen“, so „das Weinlexikon“. Wie auch bei der Sorte Syrah ist der Umgang mit der schwarzbeerigen und tanninreichen Sorte nicht unproblematisch. Dem frischen und leichten Charakter des Lembergers widerspricht ein wenig die Ernsthaftigkeit und Tiefe von reichlich Gerbstoffen. Auch die berühmten gerbstoffreichen Weine der Hermitage gelingen nur in sehr guten Jahren und brauchen lange Reife. In Württemberg sollte deshalb unterhalb der Schwelle von Spitzenjahrgängen unbedingt eine Entrappung erfolgen. Die Geeignetheit für eine lange Lagerdauer wird dem Lemberger allerdings attestiert. Die geringe Anfälligkeit gegen Fäulnis erlaubt eine recht späte Lese, noch nach der Lese des Spätburgunders. Dem deutschen Reichsgründer Fürst Bismarck wird eine Vorliebe für den Lemberger nachgesagt, man weiss nur nicht ganz genau, ob diese Liebe auf die Lage am Neusiedler See oder allgemein auf die Rebsorte zurückgeführt wird. In Deutschland sind die Verhältnisse dagegen geklärt: Die Württemberger lieben die rote Rebsorte, noch vor dem Spätburgunder (1300 ha), aber nach dem Trollinger (aktuelle Rebfläche 2300 ha). Ein Vergleichstest der Weinzeitschrift FEINSCHMECKER im Herbst 2014 zwischen Österreichischen und Württemberger Weinen fiel zugunsten der ausländischen Konkurrenz aus. Bei höchst unterschiedlichsten Flaschenpreisen erscheint dieses Ergebnis höchst bemerkenswert. Möglicherweise spielt die längere Erfahrung der Österreicher mit der Rebsorte eine maßgebliche Rolle – Einfluss haben sicher auch Boden und Klima, die im Vergleich zu Württemberg ziemliche Unterschiede bilden. Leider scheint es in Württemberg auch Winzer zu geben, bei denen das Hauptanliegen beim Lemberger-Anbau in der besseren Farbausbeute bestehen könnte. Auch die häufige Verschnittpraxis – Lemberger und Trollinger – scheinen diesem Anliegen öfters geschuldet zu sein. Mit derartigen Praktiken kommt man in Württemberg allerdings nicht aus der Image-Falle weder des Lembergers – ernsthafter Charakter oder frisch – oder des Trollingers – als gefälligem Kneipwein...

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Weinreisen an der Nahe: Rotwein in der Minderheit
Jul14

Weinreisen an der Nahe: Rotwein in der Minderheit

Das Weinbaugebiet Nahe wird erst seit 1971 als eigenständiges Weinbaugebiet geführt und erstreckt sich von der Mündung der Nahe in Bingen am Rhein flussaufwärts bis kurz vor Kirn und in die Nebentäler von Guldenbach, Gräfenbach, Ellerbach, Glan und Alsenz. Im Vergleich zu den anderen Weinbaugebieten in Deutschland gibt es an der Nahe die größte Bodenvielfalt mit über 180 Bodenvarianten. Neben Quarzböden und Schieferböden finden sich hier unter anderem Porphyr, Melaphyr und Buntsandstein. Die meisten Weingärten werden Sie auf Ihrer Weinreise an der Nahe in Flachlagen und Hügellagen finden, nur einige wenige an Steillagen. Wie auch an der Mosel ist der Rotwein im Nahe-Land eher weniger oft vertreten. Nur etwa ein Viertel des gesamten Weinanbaus an der Nahe ist der roten Traube gewidmet. Den Rest bestimmt der Weißwein mit dem Riesling an der Spitze. Eine Empfehlung für guten Wein der Nahe Weinhaus Schild GbR, Am Birkenwald 21, 55595 Gutenberg , Fon: +49 (6706) 913899 Die drei Freunde Alfred Krolla, Olaf Schild und Monika Schild betreiben seit dem Jahr 2010 ihr eigenes Weinhaus mit viel Herzblut und großem Können. In ihrer Vinothek können Sie die verschiedenen Weine aus dem Hause Schild probieren oder an einem der Weinevents teilnehmen. Folgende Rotweine werden im Weinhaus Schild angeboten und können sowohl vor Ort verköstigt werden als auch nach Hause bestellt werden: 2011 SPÄTBURGUNDER trocken 12,0 % vol (Alkohol) 4,9 g/l (Säure) 4,0 g/l (Restsüße) Rubinroter Spätburgunder mit mundfüllenden Sortenaromen. 16 Monate im Holzfass gereift 2011 PORTUGIESER trocken 13,0 % vol (Alkohol) 5,0 g/l (Säure) 5,1 g/l (Restsüße) Rubinroter Spätburgunder mit mundfüllenden Sortenaromen. 16 Monate im Holzfass gereift 2010 CHILL-OUT trocken 11,0 % vol (Alkohol) 4,9 g/l (Säure) 5,0 g/l (Restsüße) Cuvée aus 60% Spätburgunder und 40% Portugieser. Mit nur 11%vol. Alkohol ist der Chill-Out ein perfekter Alltagswein, mit dem Sie auf Ihrer Weinreise einen ereignisreichen Tag ausklingen lassen können. 2010 RED & SMOOTH feinherb 10,5 % vol (Alkohol) 4,8 g/l (Säure) 21,7 g/l (Restsüße) Cuvée aus 60% Spätburgunder und 40% Portugieser. Köstlich feinherb und zart. 20 Monate im Holzfass gereift RED & SWEET süss 9,0 % vol (Alkohol) 5,9 g/l (Säure) 45,8 g/l (Restsüße) Rotwein Cuvée aus Spätburgunder und Dornfelder mit dezenter Holznote. Ein herrliches Spiel aus Frucht und Säure. Nicht nur der Wein macht das Nahe-Land aus Aber bevor Sie vor lauter gutem Wein nicht mehr stehen können, sollten Sie sich noch die herrliche Natur im Nahe-Gebiet bei einem kleinen Spaziergang oder einer Wanderung ansehen. Oder Sie machen einen Abstecher nach Idar-Oberstein und sehen sich im Edelsteinmuseum und in der schönen Altstadt um. Auch das Glantal, Bad Kreuznach und Bad Sobernheim sind eine Reise wert. In Bad Münster am Stein – Ebernburg werden...

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Weinreisen an die Mosel: Rotwein als Underdog im Moselgebiet
Jul07

Weinreisen an die Mosel: Rotwein als Underdog im Moselgebiet

Dass es an der Mosel, Saar und Ruwer zwischen Trier und Koblenz nur so von Weinbergen wimmelt ist bekannt, aber wussten Sie auch, dass nur ca. 9 Prozent der gesamten Anbaufläche dem Rotwein gewidmet ist? Tatsächlich ist der Großteil des Anbaugebietes mit weißen Rebsorten bestückt und der Anbau von Rotwein war von 1933 – 1986 nach Deutschem Weingesetz sogar verboten. Wie Sie bei Ihrer Weinreise feststellen werden, lässt die Auswahl an roten Trauben dennoch keine Wünsche offen. Neben Spätburgunder und Dornfelder findet sich hier auch der Regent, St. Laurent, Müllerrebe, Dunkelfelder, Merlot und Frühburgunder bei den Winzern des Mosel-Saar-Ruwer Gebietes. Mit Rotwein an die Spitze der Mosel-Winzer Einer, der sich dem Rotwein von der Mosel ganz besonders angenommen hat, ist Winzer Markus Molitor. Sein Weingut Molitor befindet sich in Bernkastel-Wehen. Dort baut er auf seiner inzwischen 36 Hektar großen Rebfläche neben dem Riesling auch seinen ausgezeichneten Pinot Noir an und wurde sogar als „Winzer des Jahres 2014“ ausgezeichnet. Schon 2013 zeichnete der renommierte amerikanische Weinkritiker Robert Parker die Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese von Markus Molitor mit der Höchstpunktzahl von 100 Punkten aus. Diese bedeutende Auszeichnung bestätigt das Können des Winzers im Umgang mit den Rebstöcken auf seinem Gebiet. Hier ist eine Auswahl seiner beliebtesten Rotweine: 2011er Pinot Noir Haus Klosterberg 2007er Pinot Noir Brauneberger Klostergarten 2009er Pinot Noir Brauneberger Klostergarten 2007er Pinot Noir Graacher Himmelreich 2009er Pinot Noir Graacher Himmelreich Seine Vinothek ist für spontane Besuche von Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Weinreise = Erlebnisreise + Weingenuss Eine Weinreise an die schöne Mosel bietet sich aber keinesfalls nur wegen des Weines an. Neben wunderschönen Weinbergen und unendlichen Weiten von Rebstöcken gibt es in dieser Region Städte, Sehenswürdigkeiten und jede Menge Überbleibsel von den alten Römern. Machen Sie doch mal einen Ausflug nach Trier zur Porta Nigra, zum Amphitheater, den Barbarathermen oder der Konstantinbasilika. Die Gebäude, die zum UNESCO-Welterbe zählen, sind alle mehrere hundert Jahre alt. Ebenfalls sehenswert ist die romantische Stadt Traben-Trarbach mit all ihren Spitzhäusern und kleinen Gassen. Hier befindet sich zudem die Traben-Trarbacher Unterwelt, in der sich über 100 Weingüter und Weinkellereien aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts befinden. Informationen zu Führungen und Eintrittspreisen finden Sie bei der Tourist-Information Traben-Trarbach unter der Telefonnummer 06541-83980. In Cochem auf dem Aussichtspunkt Pinner-Kreuz können Sie auf Ihrer Weinreise einen einzigartigen Blick auf das Moselgebiet erhaschen. Die Cochemer Sesselbahn bringt Sie zur Aussichtsplattform. Verpassen Sie auf Ihrer Weinreise an die Mosel ebenfalls nicht die Stadt Koblenz. Hier mündet die Mosel im Deutschen Eck in den Rhein. Für diejenigen Weinliebhaber, die gerne eine Wanderung durch die wunderschöne Natur rund um Mosel, Saar und Ruwer machen möchten, bieten...

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Trollinger: der Klassiker aus Württemberg
Nov25

Trollinger: der Klassiker aus Württemberg

Die Rebsorte Trollinger kam vermutlich bereits mit den Römern in das Weinbaugebiet Württemberg am Rhein. Von dort aus verbreitete er sich bis ins Neckartal. Die Hauptanbaugebiete sind heute das eben erwähnte Neckartal und Südtirol. Der Name Trollinger stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Wort Tirolinger ab, da die zugrunde liegende Rebsorte Vernatsch aus Südtirol stammt. Ein weiterer Name der Rebsorte ist Blauer Trollinger. Doch der Trollinger fand auch unter dem Namen Black Hamburg weltweite Verbreitung. Wobei die Black Hamburg aber meist nicht zur Weingewinnung genutzt wird, sondern eher als Tafeltraube Verwendung findet. Zusätzlich gibt es noch die eigenständige Sorte Muskat Trollinger. Diese reift noch etwas später als der ursprüngliche Namensgeber. Durch die späte Reife gibt es jedoch eine große Ertragsunsicherheit. In guten Jahren bringt die Traube allerdings sehr gute Weine hervor. Eigenschaften des deutschen Weissweins “Trollinger” Die deutsche Rebsorte Trollinger wird fast ausschließlich im Weinbaugebiet Württemberg angebaut. Dort ist der Wein praktisch zu einem Synonym für das Viertele Wein geworden und ist somit ein Ausdruck einer einfachen und schlichten Weinkultur. Gern wird er zu einer deftigen Brotzeit genossen, passt aber auch hervorragend zu hellem Fleisch oder auch zu einem Frischkäse. Außerhalb der Württembergischen Region wird der Wein eher weniger geschätzt, bzw. ist die Rebsorte weniger bekannt. Nur sehr selten findet man Prädikatsweine dieser Sorte. Die Ursache liegt darin begründet, dass bei Prädikatsweinen die Maische nicht zusätzlich mit Zucker angereichert werden darf. Der eigene Zucker dieser Rebsorte liegt jedoch selten über 180 Gramm pro Liter. Bedingt durch das vergleichsweise geringe Mostgewicht von 75 Grad Öchsle, ist eine Herstellung höherwertiger Weine nicht möglich. Ein Großteil dieses Weins wird sehr häufig mit Lemberger Weinen verschnitten. Wenn die Rebsorten hell gekeltert werden, ergeben sie einen lachsfarbenen Weißherbst. Trollinger Wein – Was macht ihn so besonders? Die meisten Weine dieser Rebsorte werden zu frischen, einfachen und kernigen Weinen gekeltert. In der Regel braucht der Wein keine lange Lagerzeit und kann bereits ein Jahr nach der Ernte konsumiert werden. Durch seine Restsüße wird dem Trinkwein eine harmonische Süffigkeit verliehen. Die Farbe des Weins reicht von einem hellen Rot bis hin zu einem tiefen Rubinrot in guten Jahren. Der feine Duft lässt einen zarten Muskatton oder auch ein Wildkirschenaroma erahnen. Ebenso ist der Trollinger sehr gut bekömmlich. Dies kann man auch davon ableiten, weil viele Konsumenten, besonders aus dem Württembergischen, diesen fast täglich zu sich nehmen. Weil der Trollinger eine so hohe, weltweite Verbreitung gefunden hat, findet man diesen auch unter den verschiedensten Bezeichnungen. Einige sehr bekannte sind: Schwarzer Wälscher, Spanisch Blau, Rheinwein Blau, Ägypter und Baccaris, um nur einige von etwa 60 verschiedenen Bezeichnungen zu...

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Dornfelder: mehr als ein einfacher Rotwein
Nov18

Dornfelder: mehr als ein einfacher Rotwein

Die rote Rebsorte Dornfelder wurde erstmals im Jahr 1955 von dem Rebenzüchter August Herold kultiviert. Entstanden war sie aus einer Kreuzung der Rebsorten Heroldrebe und Helfensteiner. Als Namensgeber fungierte der Gründer der Weinbauschule Weinsberg Immanuel Dornfeld. Im Jahr 1979 erhielt die Rebsorte durch das Bundessortenamt den Sortenschutz und eine Zulassung. Ursprünglich wurde der Dornfelder als Deckwein genutzt und sollte auf diese Weise farbschwächeren Weinen zu mehr Farbe verhelfen. Doch erst in jüngster Zeit wird der Dornfelder als eigenständige Rebsorte etabliert und man kann ihn in unterschiedlichen Qualitätsstufen erhalten. Gemeinhin hat dieser Wein den Ruf, ein einfacher Rotwein zu sein. Doch wie verschiedene Prämierungen, unter anderem durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft zeigen, trägt er diesen Ruf zu Unrecht. In Deutschland wird dieser Wein überwiegend in den Weinbaugebieten Rheinhessen und der Pfalz angebaut. Mit einer Gesamt-Anbaufläche von mehr als 8.000 Hektar ist der Dornfelder, nach dem Spätburgunder, die am zweithäufigsten angebaute Rotweinsorte. Der Wein wird inzwischen deutschlandweit als In-Wein gehandelt. Dornfelder Wein und seine Charakteristik Dieser Wein zeichnet sich durch seinen fruchtigen Geschmack und seine dunkle, schwarzrote Farbe aus. Ein weiteres Merkmal ist der relativ geringe Säuregehalt. Auf diese Weise ist der Wein auch Menschen zugänglich, die eine gewisse Säureempfindlichkeit mitbringen. Da die Rebsorte in der Regel hohe Erträge bringt, werden zu Beginn der Reifezeit einige Trauben von den Weinbauern zurückgeschnitten. Auf diese Weise konzentrieren sich die gesamten Inhaltsstoffe auf die verbleibenden Reben. Ebenso charakteristisch ist, je nach Ausbauart, der durch den großen Farbstoffgehalt bedingte hohe Anteil an Gerbstoffen, den so genannten Tanninen, welche dem Wein eine raue Note von Trockenheit verleihen. Durch den Ausbau des Weins in Eichenfässern (Barrique), wird der letztgenannte Aspekt nochmals unterstrichen. Bei dieser Art des Ausbaus wird die Struktur des Weins betont und die Fruchtaromen zurückgenommen. Das Ergebnis ist ein harmonischer, geschmeidiger und gehaltvoller Rotwein. Bei der zweiten Ausbauvariante werden die sehr intensiven Fruchtaromen wie Holunder, Brombeere und Kirsche betont. Dieser Wein wird sehr jung auf den Markt gebracht und ist teilweise bereits als Primeur erhältlich. In jüngster Zeit wird der Dornfelder auch weiß gekeltert. Aus dieser Art der Verarbeitung entstehen liebliche Roséweine. Wie auch andere kräftige Rotweine, passen Dornfelder eher in die Winterzeit. Besonders dann, wenn sie schon etwas abgelagert sind. Sie harmonieren mit deftigen Gerichten, wie Braten, Käse oder anderen herzhaften Speisen. In der fruchtigen Ausbauform kann man den Wein auch während der Sommermonate genießen, wenn man es mag, auch leicht...

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