Crémant: auf den Fährten des Schaumweins in Frankreichs schönste Ecken
Apr24

Crémant: auf den Fährten des Schaumweins in Frankreichs schönste Ecken

Erst seit 1994 ist Crémant offiziell der Titel aller flaschengereiften moussierenden Getränke mit AOC, der Appellation d’Origine Contrôlée, die außerhalb der Champagne produziert werden. So grenzt sich der leicht moussierende Crémant sowohl vom Champagner als auch von Sekt ab. Zudem dürfen bei Champagner aus 160 kg Trauben 102 Liter Wein gepresst werden, bei Schaumwein sind es 100 Liter aus 150 kg Trauben. Le Crémant Wie es Champagner brut gibt, gibt es dies auch beim Schaumwein. Auch Rosés sind erhältlich, aber nicht in allen Regionen werden sie gleichviel produziert. Geben tut es die wohlschmeckenden Crémants schon lange, und sie werden in zahllosen Regionen Frankreichs hergestellt. Grund genug, uns auf eine Entdeckungsreise durch Frankreich auf den Spuren des Crémant zu begeben! Elsass: Grenzregion mit charmanten Altstädten und exquisiter Weinkultur Beginnen wir ganz klassisch an der deutsch-französischen Grenze: im Elsass. Diese Region ist seit Generationen bekannt für ihre besonders schmackhafte regionale Küche, von deren Qualität man sich überall überzeugen kann. Natürlich darf auch ein Glas Crémant d’Alsace nicht fehlen, der sich vor allem durch seine fruchtige Note auszeichnet. Dieser Wein wird überwiegend aus Pinot Blanc- und Auxerrois-Reben gekeltert. Der Rosé wird aus Pinot Noir-Reben hergestellt. Zum Kosten dieser regionalen Spezialität bietet sich die Traditionswinzerei Dopff Au Moulin an. Wer mag, übernachtet in Riquewihr (Reichenweier) im Hotel-Restaurant Au Moulin in rustikalem elsässer Ambiente unweit des Weingutes. Übrigens ist auch die Altstadt von Riquewihl eine Sehenswürdigkeit für sich, die man sich nicht entgehen lassen sollte! Was kann man sonst noch unternehmen? Wer im Elsass ist, sollte Tradition und Moderne dieser Region erleben. Darum gehört ein Tagesausflug der Regionalhauptstadt Straßburg, wo die Modernität des Europaviertels mit der historischen Altstadt wirkungsvoll kontrastiert. Auf jeden Fall besuchen sollten Sie das Straßburger Münster – schließlich ist diese Kathedrale aus dem Mittelalter das Wahrzeichen der Stadt. Kunstfreude finden im Musée des Beaux Arts Werke alter Meister wie Giotto, Tintoretto oder Goya. Video:Reisetraum – Champagne ‚Juragebirge – imposante Natur, gehaltvolle Weine Weiter geht es auf unserer Reise, noch immer an den Randgebieten Frankreichs entlang ins Juragebirge, wo wir den Crémant du Jura testen möchten. Die ersten Weine wurden in diesem Grenzgebiet zwischen Schweiz und Burgund übrigens bereits im ersten Jahrhundert gekeltert. Insbesondere die Crémants du Jura haben einen gehaltvollen Charakter und sind primär aus Chardonnay- und Savagnin-Reben gekeltert, wobei mindesten 50% Chardonnay sein muss. Es gibt unter anderem auch Bruts, Crémants Rosé sind selten. Zum Kosten eines der schmackhaften Tropfen besuchen wir die Fruitière Vinicole d’Arbois im Örtchen Arbois, die auch Angebote für Besichtigungen ihrer Keller und Weinverköstigungen anbietet. 1906 gegründet, ist die Fruitière Vinicole d’Arbois die erste Weinkooperative Frankreichs. Das Jura ist ein wunderbarer Ort, um frische Luft zu...

Mehr
Champagner: Spitzenschaumwein aus Frankreich
Apr03

Champagner: Spitzenschaumwein aus Frankreich

Champagner + Frankreich? – kaum ein anderes Getränk auf der Welt genießt eine vergleichbare Exklusivität. Das nicht ohne Grund, denn der Schaumwein kann auf eine lange und beeindruckende Geschichte zurückblicken. Champagner aus Frankreich – wo er angebaut wird Schaumwein mit dem Namen Champagner stammt aus einer ganz bestimmten Region in Frankreich und nur Weine, die daher stammen, dürfen diesen Namen auch tragen. In der Vergangenheit kam es öfter vor, dass sich auch Schaumweine aus anderen Regionen der Welt den Namen „Champagner“ gegeben haben, das führte jedoch zu juristischen Auseinandersetzungen. Wer sich heute eine Flasche Schaumwein mit der Aufschrift „Champagner“ kauft, egal ob Brut, Doux oder Demi-Sec, kann davon ausgehen, dass es sich um den echten Champagner aus Frankreich handelt. Rechtlich betrachtet dürfen nur Reben, die auf einem klar umgrenzten Gebiet angebaut werden, den Titel Champagner aus Frankreich tragen. Dieses Gebiet wurde bereits 1927 genau festgelegt und erstreckt sich auf ungefährt 34.000 Hektar Anbaufläche, die mittlerweile fast vollständig von Reben bedeckt ist. Auf diesem Gebiet gibt es unterschiedliche Bodentypen, die die Anbaufläche untereinander noch einmal aufteilen. Champagner aus Frankreich – die Großregionen und Regionen Das Anbaugebiet des Champagners aus Frankreich ist in 20 kleinere Regionen aufgeteilt, die in sechs Großregionen zusammengefasst werden. Die besten Lagen befinden sich aber in der Region Bouzy-Ambonnay, Verzenay, Côte des Blancs und das Grande Vallée de la Marne. Die Aufteilung gestaltet sich dabei folgendermaßen: Die Großregion Côte des Bar mit den Regionen Bar Séquanais und Bar-sur-Aubois. Die Großregion Côte de Champagne mit der Region Région de Vitry-le-Francois. Die Großregion Petit et Grand Morin mit den Regionen Région de Congy-Villevenard und die Région de Sézanne. Die Großregion Côte des Blancs mit der gleichnamigen Region Côte des Blancs. Die Großregion Vallée de la Marne mit den Regionen Grande Vallée des la Marne, Vallée de la Marne, Région d’Épernay, Région de Condé-en-Brie, Région est de Château-Thierry und der Région ouest de Château-Thierry Die Großregion Montage de Reims mit den Regionen Massif de Saint-Thierry, Vallée de l’Ardre, Région d’Ecueil, Région de Bouzy – Ambonnay, Région de Trépail – Nogent de l’Abbesse, Région de Verzenay und Région de Chigny-les-Roses. Champagner aus Frankreich – die Rebsorten Der Geschmack des Champagners wird ganz maßgeblich von den Rebsorten und dem jeweiligen Mischungsverhältnis bestimmt. Hauptsächlich drei Rebsorten werden gekeltert, um den echten Geschmack des Champagner aus Frankreich zu erlangen: Pinot Noir, auch bekannt unter dem Namen Spätburgunder oder Blauburgunder, gehört zu den hochwertigsten Sorten was die Qualität anbelangt und wird daher auch häufig für Rotwein genutzt. Pinot Noir ist die wichtigste Sorte für Champagner und liegt mit einem Anteil von fast 40% noch vor den beiden anderen Rebsorten. Pinot Meunier: Diese Rebsorte, die für...

Mehr
Laudun – L’Ardoise: ein besonderer Cotes du Rhone Villages
Jun01

Laudun – L’Ardoise: ein besonderer Cotes du Rhone Villages

Folgt man Orange, der „Capitale des Cotes du Rhone“ in südlicher Richtung, so gelangt man nach der Passage der Überflutungsteiche der Rhone praktisch wie von selbst in das Weindörfchen Laudun im Departement Gard. In Laudun werden aus den typischen Rebsorten der Rhone Rot-, Rosé- und Weißweine gezogen, die aber alle ihren eigenen Charakter aufweisen. Der Hintergrund für die Ausweisung der Appellation „Cotes du Rhone Villages Laudun“ hat möglicherweise mit der Berühmtheit der Laudun-Weine im 17. Jahrhundert zu tun, als die Bezeichnung „Cote du Rhone Gardois“ erlaubt war. Der besondere Charakter seiner Weine ist eine Frage des Terroirs, der in Laudun auf ca. 400 ha steinigem, kieshaltigem Boden wächst. Johann Wolfgang von Goethe und das Schloß in Laudun Der Berühmtheit des Laudun ist vermutlich auch zu danken, dass dieser Wein Eingang in die gehobene Weinliteratur gefunden hat. Kein geringerer als der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe bezieht sich in einem Vers aus seinem „Faust“ auf eine Weinbegebenheit in Laudun. Diese Textstelle gehört zu einer der erstaunlichsten der deutschen Weinliteratur, weil die in Rede stehende Passage Aufschluss über Goethes Studien der Weinfachliteratur gibt: „Doch – werdet ihr dem Kundigen glauben – Verfault ist längst das Holz der Dauben – Der Weinstein schuf dem Wein ein Faß.“ Diese Episode, die Goethe hier poetisiert hat, wird von Olivier de Serres berichtet. Es geht um ein altes Schloß in Laudun, an der südlichen Rhone, veröffentlicht in „Theatre agriculture“, 1629. Der französische Agrarschriftsteller hatte dort ein altes Fass entdeckt, dessen Holz bereits verfault war, dessen Inneres allerdings vollständig mit Weinsteinkristallen überzogen war, und so noch Wein konserviert hatte. Hugh Johnson: pfeffrige Rotweine aus Laudon Auch Weinpapst Hugh Johnson weiß den Laudun zu loben: „Führender Ort des Cotes du Rhone Villages. Exzellente, schneidige Weißweine, direkte, pfeffrige, früh trinkreife Rotweine, schicke Roses. Weine mit unmittelbar ansprechender Aromatik.“ Unter den besten Erzeugern führt Johnson auch die Winzergenossenschaft in Laudun an, die sich vor einigen Jahren mit Winzern aus Chusclan zusammengetan hat. Vignerons des 4 Chemins 2012 Leider war im deutschen Weinhandel keiner der aus der Riege der besten Erzeuger zu finden. Aber der Rotwein von den „Vignerons des 4 Chemins“, Jahrgang 2012, Rebsorten Syrah und Grenache Noir, mit 12 Monaten Barrique-Lager, war auch nicht von schlechten Eltern. Mit 13,5 Volumenprozent war der Wein auch nicht zu schwer. Wie die Rotweine aus dem nahegelegenen Chateauneuf-du-Pape oder Gigondas, gefiel der Wein farblich durch sein tiefes Dunkelrubinrot und durch sein intensives Aroma von Kirschen mit Vanille, schwarzem Pfeffer und Gewürznelken. Am Gaumen beeindruckten reife Tannine und Aromen von Kirschen und Pflaumen. Nicht von jedem Wein kann man sagen, dass die Qualifizierung als „Cotes du Rhone Villages“ mit der Nennung des Ortsnamens...

Mehr